iPhone – ich kapier’s irgendwie nicht
Vorweg: bei dem folgenden Text handelt es sich um ganz persönliche Gedankengänge zum iPhone Start am kommenden Freitag.
Sicher, das iPhone mag ein tolles Mobiltelefon sein, aber muß man deswegen so einen Hype um das Ding veranstalten? Ja, Apple User sind bei solchen Sachen etwas verrückt, aber überträgt sich das mit dem iPhone auch auf den Rest der Welt? Warum geht das Theater so rund im Netz? Ein Riesenaufstand in den USA, AT&T brieft seine Mitarbeiter (Urlaubssperre haben die ja schon länger), man spricht von einer Million Interessenten, majo rechnet in seinem Mac Essentials Podcast zum Thema mal kurz nach, dass selbst wenn nur die Hälfte der Interessenten am 29. tatsächlich ein iPhone haben will, vor jedem AT&T Laden 277 Leute Schlange stehen. Da klingt für meine Ohren erstmal doch nicht soo viel. Tatsächlich werden doch schon erste Waiters angeboten, die sich für die Interessenten in die Schlange stellen und warten. Aber es stellt sich die Frage: Wie viele iPhones gibt es überhaupt zu verkaufen? Bei AT&T hat man die Befürchtung, dass das iPhone eventuell schon am ersten Tag ausverkauft sein könnte. Wie verrückt sind die Leute eigentlich? Das Mobiltelefon wird nicht subventioniert bei Vertragsabschluß, es kostet so oder so mindestens 499 US-Dollar und es ist noch nicht mal bekannt, wie die Tarife für einen iPhone Vertrag sein werden. Nur, dass derjenige, der seinen Vertrag gleich wieder kündigt 179 Dollar an AT&T zahlen muß, das weiß man schon. Hallo?
Kann mir mal einer erklären, warum sich alle Welt wegen des neuen Apple Produktes so verrückt macht? Sicher hat das iPhone einige nette Features, es sieht gut aus, kann vieles, und die Bedienung ist unumstritten revolutionär. Aber es kann in der ersten Generation ja noch nicht mal GPS oder ähnliches um z.B. mit den Google Maps auch gleichzeitg als Navigationsgerät funktionieren zu können. Nur mal so als Gedankenbeispiel. Gut, ich habe mich noch nicht so sehr mit dem iPhone beschäftigt, es ist hier in Deutschland eh erst Ende des Jahres erhältlich und ich werde es mir so oder so nicht leisten können. Klar übt es auch auf mich einen gewissen Reiz aus. Und ich bin ja auch schon seit Anbeginn meiner Computer-Laufbahn Apple-Fan. Aber ich kapier’ nicht, was da in allen Medien für ein Aufstand gemacht wird. He, es ist doch nur ein Apple Produkt, da wird doch sonst auch nicht so ein Aufstand drum gemacht. Oder ist das jetzt so, in den Zeiten von iPod und iTunes? Erwartet man jetzt, dass Apple mit dem iPhone das gleiche vollbringt wie eben mit dem iPod? Will einfach jeder dabei sein? Dann hoffe ich mal, dass das Gerät auch hält, was Steve Jobs verspricht. In letzter Zeit gibt es ja doch hin und wieder mal kleine Differenzen zwischen Versprochenem und dem, was dann wirklich funktioniert. Bei den MacBook-Modellreihen gibt es ja auch einige Probleme. Nur trifft das „nur“ die Apple-Computer-Benutzer. Bei der Aufmerksamkeit, die sich derzeit um das iPhone abspielt, werden die Folgen bei Fehlern sicher sehr viel schwerwiegender für Apple werden. Und dann haben wir Apple-User doch wieder das Gezicke der Windows User am Hals. Dann fällt das Ganze nämlich doch wieder auf das alte Betriebssystem-Thema zurück.
Am Freitag richten sich aller Augen in die USA, sicher wird auch in den deutschen Nachrichten wieder die eine oder andere Meldung dazu auftauchen. Der Hype im Vorfeld läßt das zumindest vermuten. Hoffen wir mal, dass alles gut geht, dass das iPhone den hohen Erwartungen gerecht werden kann. Ich warte gelassen ab, was die Amerikaner berichten, dürfen die doch zuerst den Alltag testen. Dann entscheide ich mich, ob ich mich dem allgemeinen „Muß-ich-haben“ Aufstand anschließe. Oder ob ich, wie schon beim iPod, das Ganze zwar sehr reizvoll finde, aber dann doch feststelle, dass ich sowas einfach nicht brauche. Ich habe noch ein Mobiltelefon mit dem ich telefonieren kann und das reicht mir. Ganz ehrlich.
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