Epson Photo PC 3000z Digitalkamera

Epson Photo PC 3000zDie Digitalkamera PhotoPC 3000Z von Epson. Mitte 2000 kaufte mein Vater sie für den damaligen Schnäppchenpreis von gut 1200 DM, normalerweise lag der Preis um die 1800 DM. Er hatte lange überlegt, ob und wenn ja, welche Digitalkamera er sich kaufen sollte. Ein in unserer Familie sehr entscheidener Faktor für Geräte, die in irgendeiner Form mit einem Computer zusammenarbeiten sollen ist natürlich die Mac-Kompatibilität.

Kaufanreiz

Epson bot die gewünschte Software für die Übertragung der Fotos ans (klassische) Mac OS. Schon mal ein definitiver Kaufgrund. Noch dazu wurde die PhotoPC 3000Z in Tests hochgelobt. Auch waren damals 3.3 MegaPixel Digitalkameras keineswegs alltäglich und noch dazu meist unerschwinglich. Ganz zu schweigen vom stufenlosen Zoom von 34 - 102 mm und zusätzlichem 2fach Digitalzoom.
Doch, in der Theorie bot die PhotoPC 3000Z schon mal eine Menge zu einem vergleichbar günstigem Preis. Auch der weitere

Lieferumfang

ließ eigentlich nichts zu wünschen übrig:
- Tasche mit Schulterriemen
- Netzkabel, serielles PC Kabel, serielles Macintosh Kabel, USB Kabel und AV Kabel
- 16 MB CompactFlash-Karte
- Linsenkappe
- 4 Ni-MH-Akkus (Modell EU-24)
- Akkuladegerät
- CD-ROM
- Schnellstart Anleitung
- diverse Software für Mac und PC (Bildbearbeitungssoftware MGI PhotoSuite III SE für Windows (95/98/2000/NT), Bildbearbeitungssoftware MGI PhotoSuite 1.5 für Mac OS 7.5 oder höher (alle weitere Mac Software ab OS 7.0), Quicktime für Windows (95/98/NT), Mac, Datenübertragungssoftware Epson Auto Downloader für Windows (95/98/NT), Mac OS , Datenübertragungssoftware Epson Photo 3 für Windows (95/98/NT), Mac, Drucksoftware Epson Photo Print 2 für Windows (95/98/NT), Mac, Epson File Converter für Windows (95/98/NT), Mac, Adobe Acrobat Reader für Windows (95/98/NT) und für Mac)

Erster Eindruck

3000z SeiteMein Vater war begeistert von seiner Neuerwerbung. Natürlich machte er uns gleich bei seinem nächsten Besuch ausreichend neidisch, indem er uns bestechend scharfe Fotos präsentierte, ganz zu schweigen von den Ausdrucken, die auch noch auf billigem Tintenstrahl-Normalpapier in A4 Format eine für die Umstände umwerfende Qualität haben.

Probleme

Bevor ich zum Alltag mit der Epson PhotoPC 3000Z komme, berichte ich ersteinmal, warum diese Digitalkamera in unseren Besitz überging. Denn das ist der wirklich ganz große Minuspunkt an dem Gerät, eine wahrlich nicht gerade positive Erfahrung, die aber soweit uns bekannt ist, ein Einzelfall zu sein scheint.
Eines schönen Tages drückte mein Vater auf den Auflöser und - nichts passierte. Er machte mehrere Versuche, aber die Kamera weigerte sich ihren Dienst zu tun. Was tun? Die Kamera bekam einen vorsichtigen Schlag versetzt, aber es nützte nichts. Keine Reaktion. Zu Hause schloß mein Vater die Kamera an den Mac an, um die gemachten Photos herunterzuladen. Das funktionierte. Auch die Fernsteuerung über den Computer stellte kein Problem dar. Und - oh Wunder - danach funktionierte auch der Auslöser wieder. Doch leider trat das Problem wiederholt auf und ein Anruf beim Epson Service (sehr freundlich) führte zum Einschicken der Kamera. Um es kurz zu machen: Auf einigen Umwegen erbten wir die 3000Z schließlich.


Praxistest

3000z DisplayIch persönlich finde das Design, silber und einen Griff für die Finger in Anthrazit optisch sehr gelungen. Auch wenn es mittlerweile wesentlich kleinere Digitalkameras gibt. Praktisch habe ich jedoch beim Herausholen aus der Tasche immer ein kleines Problem, wo ich die Kamera am besten anpacke. Denn eigentlich trifft mindestens ein Finger immer das Objektiv, den Sucher oder das 1,8" große LCD Display.

Hat man den Apparat allerdings erstmal in der Hand, liegt er auch in meinen kleinen Händen hervorragend. Die handliche Größe von 108 mm x 89 mm x 65 mm und ein geringes Gewicht von nur 490g tun das ihrige zur Benutzerfreundlichkeit. Der „Handvorbau“ auf der rechten Seite ist zumindest für Rechtshändler ergonisch optimal.

Wir betrachteten die PhotoPC 3000Z ausgiebig und entdeckten sogar ein kleines eingebautes Mikrofon. Nähere Nachfragen bei meinem Vater, der natürlich schon alle Funktionen ausprobiert hatte, ergaben folgende Möglichkeiten:
Ein extra Blitzschuh, von meinem Vater dank der nicht allzugroßen Reichweite des integrierten Blitzes gerne genutzt. Allerdings werden die Bilder auch wenn sie über das Display schon arg dunkel rüberkommen, noch erfreulich hell und scharf.
Die Bedienerführung erfolgt über das hervorragende Farbdisplay (110000 Bildpunkte) mit Hilfe dreier kleiner Tasten unter dem Display und 4 kleiner Tasten rechts daneben. Zusätzlich ein Menü on/off Knopf. Ins Menü selbst kommt man über den Powerknopf der Kamera um den herum ein Drehring angebracht ist, mit dem man die verschiedenen Funktionen der Kamera anwählen kann.

Das Objektiv fährt beim Einschalten automatisch aus, mit Hilfe zweier kleiner Tasten auf der Rückseite der Kamera kann man den Zoomfaktor verstellen. Der Auslöser befindet sich auf dem „Handvorsatz“ und ist somit ganz einfach mit dem Zeigefinger zu bedienen. Ich gebe zu, daß ich trotzdem des öfteren aus Erinnerung an meine uralt Spiegelreflexkamera statt den Auslöser den Powerknopf betätigt habe... Oben (in der Mitte) auf der PhotoPC 3000Z befindet sich das Informationsfenster zu den gewählten Einstellungen. Ob und wenn ja, welche Blitzfunktion ausgewählt ist, wieviele Bilder in der angewählten Qualität noch auf der Karte Platz haben. Beides kann man mit Hilfe kleiner Durckknöpfe neben dem Display auswählen. Hier befindet sich auch der Selbstauslöser.

3000z obenDie Bildauflösung wird mit Hilfe kleiner Sternchen dargestellt. Man hat die Wahl zwischen 2.544 x 1.904, 2.048 x 1.536, 1.600 x 600 oder aber 640 x 480 Pixeln bei einer Farbtiefe von 24 Bit. Nicht zu verachten. Bei der niedrigsten Qualität haben ca. 80 Fotos auf der mitgelieferten 16MB FlashCard Platz. Allerdings sollte man doch wenigstens die 2. Qualitätsstufe nehmen, was natürlich die Anzahl der Fotos drastisch verringert.

Für unsere Alltagsfotos von unseren Katzen nehmen wir meist diese oder eine bessere Auflösung, da wir ja jederzeit einfach unseren Mac einschalten und die Fotos übertragen können.

Denn die Übertragung geht kinderleicht: Kabel anschließen, Software aufrufen (die sich zumindest beim Mac problemlos und kinderleicht installieren läßt), die gewünschten Fotos auswählen uns los gehts. Man hat hier auch verschiedene Möglichkeiten, die aber nun endgültig den Rahmen des Berichts sprengen. Selbsterklärend ist die Sowfware genauso wie die Hardware. An der Kamera muß noch das Übertragungssymbol am Drehknopf ausgewählt werden, sonst meldet die Software: Keine Kamera vorhanden.

Das Angucken der gemachten Bilder ist auch ein Kinderspiel. Nach dem Abdrücken hat man 5 Sekunden Zeit, sich das aktuelle Bild anzusehen, danach geht man auf das Symbol „Play“ und kann mit Hilfe der kleinen Knöpfe neben dem Display Bild für Bild vor- oder zurückgehen. Man kann auch mehrere Fotos (4 bzw. 9) gleichzeitig betrachten und - achtung Falle - alle gespeicherten Fotos gleichzeitig löschen. Freundlicherweise wird man vor dem Löschen gefragt, ob man sich sicher ist.

Das Fotografieren selbst ist sowohl nur durch den Sucher möglich, als auch mit Hilfe des Displays. Die reine Sucherfunktion spart natürlich Batterien. Tja, wie ist denn das Fotografieren nun überhaupt? Die Bedienung ist einfach, der Funktionsumfang sehr gut, das Übertragen der Fotos kinderleicht... Aber was ist mit dem entscheidenden Punkt des Fotos machens? Vielleicht habe ich das ein wenig vor mich hergeschoben, weil dieses meiner Ansicht nach nicht optimal ist. Zuerst braucht die Digitalkamera eine Weile, bis sie überhaupt eingeschaltet ist. Die Zoomfunktionen sind alle wirklich sehr gut, nur das Auslösen selbst - das dauert. Drückt man einmal kurz auf den Auslöser, stellt die Kamera sich scharf. Und das wirklich hervorragend. Drückt man nochmal auf den Knopf löst er irgendwann aus. Womit wir bei der Kritik wären: irgendwann. Hier ist auf jeden Fall mit einer Zeitverzögrung zu rechnen. Also mal eben eine Katze beim Toben fotografieren geht eher nicht. Es sei denn, sie dreht sich dabei im Kreis. Mit etwas Glück erwischt man sie bei der 2. Drehung und hat sie wieder von vorne im Bild. Für sehr spontane Schnappschüsse ist die PhotoPC 3000Z somit definitv nicht geeignet. Auch in der Pferdefotografie habe ich also Probleme. Mal eben jemanden an einem bestimmten Punkt beim reiten zu fotografieren erfordert Voraussicht. Am besten einen Punkt in der Bahn ins Auge fassen und kurz bevor Pferd und Reiter ihn erreichen, abdrücken. Oder beide konsequent mit der Kamera verfolgen, was allerdings zu unscharfen Fotos führen könnte. Unser Problem, daß wir von Zeit zu Zeit gar nicht fotografieren könnte, weil der Auslöser sich mal wieder weigert, steht auf einem anderen Blatt.

Nettes kleines Feature ist außerdem, daß man einen max. 25 Sekunden langen Videoclip im QuickTime-Format aufzeichnen kann, der eine durchaus gute Qualität aufweisen kann.
Die Espon PhotoPC 3000Z bietet diverse kleine Möglichkeiten zur Einstellung. Angefangen bei Datum/Uhrzeit, über Farb oder Schwarz-Weiß Fotosauswahl, verschiedene Helligkeitsstufen, einen indivduell auswählbaren Sparmodus, einen (nervigen) Signalton, der standardmäßig erstmal an ist und die Wahl, ob die Bilder om JPEG oder TIFF Format abgespeichert werden sollen.

Fazit

Grundsätzlich ist die PhotoPC 3000Z von Epson mit 3,3 MegaPixeln eine hervorragende Digitalkamera. Sie liefert gestochen scharfe Fotos, die sich kinderleicht auf den Computer übertragen lassen. Und das auch noch standardmäßig mit Mac-Kompatibiliät. Diese allerdings nicht mehr auf dem neuestens Stand: Einen Treiber für OS X erhoffen wir vergeblich. Nichts in Sicht und auch iPhoto erkennt die Kamera nicht. Die Ausdrucke sind mit einem vernünftigen Drucker und dem entsprechenden Papier einfach grandios. Die Benutzerführung ist meiner Ansicht nach sehr gut gelöst und auch ohne Handbuch (was nicht zum Lieferumfang gehört) ist die Kamera sehr einfach bedienbar. Die Akkus halten erfreulich lange, sind - genau wie die Flash-Speicherkarte - sehr einfach auszuwechseln und noch dazu zusammen mit dem Ladegerät im Lieferumfang enthalten. Einziges Manko: Die Kamera löst nicht sofort aus, hier gibt es eine leichte Verzögerung nach der Betätigung des Auslösers. Letztendlich kann man sich aber darauf einstellen, auch wenn einem unter Umständen mal ein Motiv abhaut. Leider.

Alles in allem ist diese Digitalkamera empfehlenswert und wer sie noch gebraucht irgendwo ergattern kann, sollte auf jeden Fall zugreifen. Das sage ich trotz des gesonderten Auslöser-Problems unseres Apparates, denn wenn wirkllich Probleme auftreten, ist Epson auch zwei Wochen nach Garantie-Ablauf anstandslos bereit sie auf Garantie zu lösen. Notfalls mit Zusendung einer neuen Kamera. Bei dem Punkt Zuverlässigkeit gibt es nur ein „gut“ weil wir eben einen Einzelfall von Kamera haben, der von Zeit zu Zeit nicht auslöst. Daher andererseits die ausgezeichnete Beurteilung des Epson-Services. Trotzdem gibt es eine Maus Abzug in der Gesamtnote, denn auch Einzelfälle sind ärgerlich.

- Kleine Anmerkung für alle Mac-User -

Es gibt von Epson keine Treiber für OS X und offiziell unterstützt iPhoto keine Epson Digitalkameras. Der Nachfolger der 3000Z wird jedoch von iPhoto bereitwillig erkannt und die Fotos werden importiert. Was uns aber auch nichts nützt und wir weiterhin den Classic Mode und damit OS 9 auf unseren Macs brauchen, um die Fotos von der Kamera auf den Mac zu bekommen. Heutzutage gibt das eine halbe Maus Abzug.

 

Epson Photo PC 3000Z Digitalkamera

Hersteller: epson

Apfelwelten meint:

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