iPod nano 5G

MacBook schwarzDa ist es passiert: Dem guten alten iPod aus dem Jahre 2004 ist die Festplatte kaputtgegangen. Schade. Eigentlich brauche ich den ja auch gar nicht. Nicht? Hm. Irgendwie habe ich mich doch an ihn gewöhnt. Nein, ich gehöre wirklich nicht zu den Leuten, die beständig mit Kopfhörern in den Ohren herumlaufen. Ganz und gar nicht. Das nervt mich in erster Linie.

Aber im Auto, da hatte sich der iPod mittlerweile seinen Platz erobert. Besonders auf den doch recht häufig gewordenen Fahrten zwischen Taunusstein und Hamburg. Eine Strecke von gut 500 km mit Kind – da ist eine Playlist mit einer Mischung aus Mama- und Kinderliedern einfach Gold wert.

Also, was tun? Nur dafür einen neuen iPod kaufen? Olaf lieh mir seinen iPod shuffle und mir war eines klar: Damit halte ich es nicht lange aus. Der Klang ist nicht mal dieses Wort wert. Einmal nach Hamburg, grausam. Gut, in Hamburg hatte quasi nebenan gerade im AEZ der Apple Retail Store eröffnet, außerdem kaufe ich meine Apple Produkte ohnehin immer bei M&M:Trading!.

Entscheidung für den iPod nano

Als erstes in den Apple Store, da folgt die Überraschung. An den iPods sind keine Kopfhörer. Die kann man nur angucken, aber nicht anhören. Nur eine Reihe von iPod nanos ist mit welchen ausgestattet. Ja, wie soll ich denn da Hören? Schließlich ist das Wichtigste an einem iPod doch der Klang. Dachte ich... Mir wurde allerdings von einer Mitarbeiterin klargemacht: „Die bieten doch alle das gleiche Klangerlebnis.“ Aha. Da hatte ich aber ganz andere Erfahrungen. Und ich glaube ja vieles, aber nicht alles, schon gar nichts, was mir irgendjemand zum Thema „Klangerlebnis“ erzählt. Ich bin nun mal Tontechniker.

Bei M&M guckte man mich kopfschüttelnd an. Gleiches Klangererlebnis? Wie soll das denn gehen, bei unterschiedlichen Bauteilen? Nur der Classic und der nano haben „brauchbare“ Audiokomponenten. Das bestätigte meinen Höreindruck, dass Classic und nano gleich klingen, alle anderen waren für mich induskutabel. Gut, damit brauchte ich auch nicht weiter mit dem iPod touch liebäugeln. Denn mir ging es nicht ums Spielen oder um WLAN, mir ging es ausschließlich um den Anschluß zum Musikhören im Auto. Damit sind wir dann bei Punkt 1 angekommen.

Der Klang

Von allen iPod Modellen bieten classic und nano wie erwähnt den besten Klang, man hört deutlich, dass in den Modellen höherwertige Audiokomponenten Platz gefunden haben, als in den anderen (inkl. iPhone). Natürlich sind auch die beiden nur kleine Audio-Wiedergabe-Geräte, die nur sehr bedingt mit einem echten CD-Player plus Anlage mithalten können. Aber fürs Auto, in dem ohnehin keine perfekten Lautsprecher sind, ist es vollkommen okay. Sage ich. Grundsätzlich habe ich andere Ansprüche als Otto-Normalhörer, das ist einfach berufsbedingt. Aber ich kann mit dem Klang des nanos ganz gut klarkommen. Insgesamt ist er sehr ausgewogen. Ich mag keine übertrieben wummernden Bässe, die gibt es auch nicht. In den Mitten würde ich mir schon noch etwas mehr Abstimmung wünschen, allerdings hat man selber da keine Einflußmöglichkeiten. Gut, es gibt einen Pseudo-Equalizer, der allerdings nur Standard-Voreinstellungen für verschiedene Musikstile bietet. Über deren Qualität mag man sich streiten. Mein Autoradio hat sowas auch, auch davon kann ich keine gebrauchen. Nur kann ich da auch noch in einem gewissen Rahmen eigene Einstellungen vornehmen. Das geht beim iPod nicht, den muß man hören, wie er klingt.

Über die mitgelieferten Apple Kopfhörer muß man wahrscheinlich nicht mehr viele Worte fallen lassen. Die taugen wenig. Da gibt es unzählige, die besser klingen.

Aber halt, ich fange ja schon wieder mit Details an, ich habe da ja was vergessen:

Die Grundausstattung

iPod nano von hintenEinzug gehalten hat bei mir der schwarze iPod nano der 5. Generation mit 16 GB. Der kann theoretisch eine ganze Menge. Videos aufnehmen und auch abspielen, zum Beispiel, Dafür hat Apple ihm extra ein größeres Display als seinem Vorgänger spendiert: 2,2". Radio hat der nano 5G auch. Und das bei mir, die ich bisher zu Hause doch Radiofrei gelebt habe. Auch ein Mikrofon für Sprachaufnahmen und -Notizen ist integriert (wobei mich eine Videokamera ohne Tonaufnahme auch ein wenig irritiert hätte...). Nettes Gimmick: Das Pedometer zum Schritte und Kalorien-Verbrauch zählen. Voice over kann der kleine schlanke jetzt auch.

Der erste Eindruck

Kaum gekauft, wird der kleine schwarze auch schon ausgepackt. Das ist unerwartet schwierig. Die Verpackung ist innen so gequetscht, das es nur mit spitzen Fingernäglen und viel Geduld gelingt, an das Zubehör unter dem iPod zu kommen. Wow! Auch wenn ich ihn im Laden schon in der Hand hatte, so ein eigener wirkt ja nochmal ganz anders. Schön, glänzend, so zart und schmal, dass es unglaublich scheint, dass da noch Inhalt reinpaßt. Gut fühlt er sich an. Von hinten krakehlt sofort das jüngste Familienmitglied, es würde den iPod jetzt auch mal haben wollen, nachdem sie ihn schon ausgepackt hat. Ja, richtig, der 4jährigen war es gelungen, die Teile aus der Verpackung zu befreien. Der Senior mußte fahren, konnte seine Neugier allerdings nur schwer verbergen. Die Fahrt dauerte extrem lange, ausgerechnet an dem Tag war dicker Stau in Hamburg. Ich konnte nur mal die Videokamera ausprobieren. Beengt im Auto blieb nur der Fahrer als Filmstar. Wir waren überrascht, wir hatten eigentlich nichts von der kleinen Videokamera erwartet. Aber die Qualität ist doch einigermaßen brauchbar.

Inbetriebnahme

Einschalten und los geht's. Na, ganz so einfach ist es doch nicht. Wer Musik und Videos auf seinen iPod haben will, braucht iTunes. Daran führt kein Weg vorbei. Für Bilder nimmt der Mac-User dann iPhoto. Wird der iPod angeschlossen, öffnet sich iTunes automatisch. Hier muß man dann auswählen, ob man automatisch immer und alles übertragen möchte, oder nur bestimmte Playlisten und wenn man das extra veranlaßt. Also erstmal die wichtige Playlist rüber, die wir für die lange Rückfahrt brauchen. Alles andere wird auf später mit mehr Zeit verschoben. Der iPod nano bezieht auch seinen Strom über den USB Anschluß des Macs, sollte also einige Zeit dranhängen.

Die ersten Einstellungen hat man schnell erledigt. Sprache, Uhrzeit etc. das macht sich quasi von selbst.

Ich will was darauf haben

Zu Hause geht es los. Der iPod soll vernünftig bestückt werden. Erster Eindruck: Das nervt mich ein wenig. Für die Kleine wichtige Videos ihrer Lieblingssängerin, die sich einfach so auf der Festplatte befinden, kann ich zwar mit Hilfe von iPhoto auf den iPod bekommen, aber in Musikvideos bekomme ich die so nicht. Sind ja nicht bei iTunes gekauft. Ich brauche eine Weile, um mich mit dem System halbwegs anzufreunden. Drag and Drop würde mir ja insgesamt besser gefallen. Für Musik und Bilder muß ich mir in iTunes bzw. iPhoto extra Playlists und Alben anlegen. Das finde ich ehrlich gesagt umständlich.

iPod synchronisieren

Kontakte gibt es über das Adreßbuch, Kalenderdaten wie erwartet mit iCal.
Für alle Inhalte gilt: Man kann sich entscheiden, ob der iPod beim Anschluß an den Mac automatisch synchronisiert wird, oder ob man die Kontrolle behalten und nur auf Wunsch bestimmte Inhalte übertragen will. Ich bin absoluter Fan der zweiten Variante. Was soll ich mit sämtlichen Fotos, die sich mittlerweile auf meinem MacBook angesammelt haben, auf dem kleinen iPod? Da habe ich nur 16 GB Speicher...

Seinen Strom bekommt der nano über den USB Anschluß. Standardmäßig vom Mac. Nun hat man den aber nicht immer dabei, nicht immer an (das muß er nämlich auch sein) und man will ja auch nicht unbedingt den iPod am Mac hängen haben, wenn man arbeitet. Also braucht man Zusatzequipment in Form eines USB Ladegerätes. Als derzeitige Zwangs-Busfahrerin, verbunden mit längeren Fußwegen, wollte ich etwas wirklich kleines, leichtes und habe mich für Piccolino von Hama entschieden. Der paßt auch bequem in die Jackentasche.

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Der Alltag

Sicher bin ich nicht der typische iPod-Junkie, der ohne das Ding nicht mehr leben kann. Ich kann das hervorragend. Einen Hardcore-Ich-Weiß-Nicht-Was-Einsatz-Test kann ich also nicht bieten. Ich gehöre nicht zu den Leuten, die ständig neue Musik, Videos und Bilder auf ihren iPod packen. Ich habe ihn viel im Auto dran, da suche ich mir dann eine Playlist raus, die ich von Zeit zu Zeit meinen aktuellen Bedürfnissen anpasse, oder ich mache auch mal ganz neue. Dann läuft der iPod im Shuffle Mode vor sich hin.

Videos sind ganz nett anzugucken, durch die Displaygröße sind natürlich die optischen Details nur eingeschränkt wahrnehmbar. Gleiches gilt für Fotos, die Qualität an sich ist jedoch gut. Auch beim iPod nano kann man durch Drehen des Gerätes von Hoch- auf Querformat wechseln.

iPod quer

Schlank wie der iPod nano ist, paßt er natürlich in nahezu jede Tasche, auch für eventuelle Hosentaschen-Einsätze fällt er nicht sonderlich auf. Ob man das allerdings wirklich tun sollte... Das Display ist klar, die Farben gut, auch die Schriftgröße kann nach Bedarf angepaßt werden. Die edle Oberfläche sollte man allerdings lieber schützen. Da wirkt das Schwarz doch sehr sensibel, und jeder noch so kleine Kratzer tut sicher weh. Hört man Musik über den eingebauten Lautsprecher, sollte man nicht viel erwarten, das plärrt grausam.

Spiele kann man mit dem nano auch spielen, zumindest die mitgelieferten. Wie man neue daraufbekommt? Keine Ahnung, wer es weiß, möge es mir bitte mitteilen, ich hätte gerne welche.

Die Akkulaufzeit ist gut, eine Fahrt nach Hamburg (ca. 5-6 Stunden) hält der iPod nano locker durch, auch danach ist noch Akkuladung übrig. Am effektivsten erfolgt die Entladung, wenn der iPod ausgeschaltet ist. Liegt er mal ein paar Tage rum, ist das Staunen groß, wenn er dann nicht mehr reagiert, obwohl der Akku vorher noch fast voll war.

Was mich allerdings sehr stört, ist der Kopfhöreranschluß an der Unterseite. Habe ich den iPod einfach lose in der Jackentasche, muß ich ihn über Kopf transportieren, damit das Kabel keinen Schaden erleidet. Und damit dann auch kopfüber den iPod bedienen.

Doch nun zu einer Auswahl der Möglichkeiten außer Musik, Video und Foto

Einstellungen

Die meisten macht man einmal und selten wieder. Datum, Uhrzeit, Radio Regionen zum Beispiel braucht man eher selten. „Über“ gibt Auskunft über den iPod, wieviel Platz wovon belegt ist. Das kann manchmal hilfreich sein, wenn der Speicherplatz nicht mehr ausreicht. Ganz nett aussehen tut der Farbbalken auch noch. Mit „Wiedergabe“ trifft man die Audio-Einstellungen. Hier verbirgt sich der EQ, man kann auswählen, ob die Lautstärke- Anpassung aktiv sein soll, wie laut der iPod maximal wiedergeben darf. Hierzu gibt es unterschiedliche Meinungen. Manch einer behauptet, die maximale Lautstärke sei nicht ausreichend. Ich sage: zum Glück ist das begrenzt, denn sonst bräuchten weit mehr iPod Kiddies mit 25 ein Hörgerät, denn kaum einer ist sich bewußt, was man seinen Ohren mit diesen In-Ear-Kopfhörern und der Dauerbeschallung antut. Weiter. Hat man gerne überblendete Titel, ist das auswählbar und funktioniert auch ganz gut. Ich persönlich finde es einfach nur grausam, ich höre die Lieder lieber ganz. Bei den Einstellungen findet sich auch die Funktion „Schütteln“, ist diese eingeschaltet und der iPod nano wird geschüttelt, wechselt der gerade laufende Song zum nächsten Zufallssong.

Videokamera

Ich habe schon gelesen, dass sich manch einer darüber beschwert, dass die Qualität nicht so gut ist, wie die einer Digicam. Ähm, ja... die kostet glaube ich geringfügig mehr und ist auch etwas anders aufgebaut, als die Mini-Kamera des nanos. Ich habe nebenbei erschrocken festgestellt, dass ein Video, welches ich von meiner Gitarre-spielenden Tochter gemacht habe, zumindest deutlich schärfer ist, als das unserer fünf Jahre alten Videokamera... Soviel zu dem Thema. Ansonsten bin ich kein Experte für dieses Thema, ich will auch keine YouTube Filme damit machen, wofür die Qualität 100%ig ausreichend ist.
Ganz ungünstig ist die Position der Kamera am unteren Rand. Sicher war das in dem kompatken Gehäuse nicht anders lösbar, aber man muß höllisch aufpassen, nicht seinen Finger davor zu haben. Immer schön an der Seite anfassen, beim Filmen.

Radio

Radio, na toll, jetzt werde ich auch noch in meiner Freizeit davon verfolgt ;-) Irgendwann habe ich mich dazu durchgerungen, es auszuprobieren. Dumm nur, wenn man die Kopfhörer gerade nicht griffbereit hat, denn das Kabel dient als Antenne. Ein erster Test und ich war überrascht. Zumindest hier bei uns ist der Empfang wirklich hervorragend. Die Sendersuche klappt auch einfach und gut. Was mir nicht gefällt ist, dass ich die Favoriten der Sender nicht benennen kann. Ich muß mir also merken, welcher Sender auf welcher Frequenz war, was mir zugegebenermaßen sehr schwer fällt.

Das Radio bietet einige nette Zusatzfunktionen wie die Live Pause. Während einer laufenden Radiosendung kann man jederzeit kurz anhalten, die Sendung wird dann beim Weiterspielen genau an der gestoppten Stelle wieder aufgenommen. Außerdem lassen sich einzelne Titel kennzeichnen und später mit iTunes abgleichen und (Apple macht ja gerne Geschäfte) dort kaufen.

Pedometer

Ein nettes Zusatzgimmick. Es hat eine Weile gedauert, bis ich kapiert habe, dass man den (das?) Pedometer nur aktivieren muß und dass es auch ohne Nikes iPod Kit funktioniert, nur eben nich so präzise. Ich mach mir jetzt gerne mal einen Spaß daraus, zu sehen, wie viel Schritte und Kalorien ich wofür verbrauche. Einmal mit Bus & Bahn zur Arbeit sind rund 3100 Schritte und ich verbrauche dabei 120 Kalorien. Die Schritte werden sogar erstaunlich gut erkannt, solange man den iPod in „beweglichen“ Taschen hat. Eine Jacken-Brusttasche funktioniert nicht, was mich allerdings auch mehr als nur erstaunt hätte. Die Kalorienangabe ist natürlich nicht ganz ernstzunehmen. So verbrauche ich bergauf sicher mehr Kalorien, als wenn ich eine ebene Strecke laufe. Das macht aber beim Pedometer keinen Unterschied. Nettes Gimmick.

SprachmemosSprachmemos

Mit dem iPod nano lassen sich auch Sprachnotizen über das eingebaute Mikrofon aufzeichnen. Ich finde das Schönste daran ja das alte Mikrofon mit der analogen dB Anzeige... Als erstes sollte man bei einer Sprachaufnahme beachten, dass man seine Finger am iPod absolut still hält und überhaupt den iPod besser nicht bewegt. Die Raschelgeräusche sind nämlich sehr laut. Die Aufnahmelautstärke ist ansonsten akzeptabel, drücken wir es positiv aus: Man muß wirklich schreien, damit die Aufnahme übersteuert ist.

Fazit

Ein schöner kleiner iPod. Das Design überzeugt mich ohnehin, der nano sieht gut aus, hält sich gut in der Hand, auch wenn ich instinktiv sehr vorsichtig mit ihm umgehe. Er wirkt so zerbrechlich, ist es aber gar nicht. Klar, die Oberfläche ist sensibel, über eine Schutzhülle sollte man schnell nachdenken. Als ich meinen iPod gekauft habe, gab es aber noch gar keine im Handel und er hat es trotzdem ohne Kratzer überlebt.

Der Klang ist gut, die Zusatz-Funktionen sind allesamt durchdacht. Nicht alles braucht man, das richtet sich wirklich nach den persönlichen Bedürfnissen. Für mich war der Klang der entscheidende Punkt beim Kauf, zusammen mit dem iPod Classic hat der iPod nano den besten der ganzen iPod Familie.

Randbemerkung: Wie man auf den Bildern erkennt, zieht die nano-Oberfläche den Staub magisch an.

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