Nummer unterdrücken beim iPhone – dauerhaft oder einmalig

Die Rufnummernunterdrückung auf dem iPhone ermöglicht es, beim Anruf anonym zu bleiben — der Empfänger sieht dann statt der eigenen Nummer den Hinweis „Anonym“, „Unterdrückt“ oder „Unbekannte Nummer“. Die Funktion ist in iOS integriert und benötigt keine externe App, allerdings abhängig vom Mobilfunkanbieter und dessen Vertragskonditionen.

Kurz zusammengefasst

Dauerhaft alle Anrufe unterdrücken: Einstellungen → Telefon → Meine Rufnummer anzeigen → Schalter deaktivieren. Einmalig für einen einzelnen Anruf: #31# direkt vor die Rufnummer tippen (z. B. #31#030123456). Umgekehrt — einmalig sichtbar trotz dauerhafter Unterdrückung: *31# vor der Nummer. Notrufnummern wie 110 und 112 empfangen die Rufnummer immer, unabhängig von der Einstellung.

⚠ Wichtiger Hinweis

Rufnummernunterdrückung gilt ausschließlich für reguläre Telefon-Anrufe über das Mobilfunknetz (GSM, VoLTE). Anrufe über Internet-Telefonie-Apps wie WhatsApp, FaceTime, Signal oder Zoom zeigen immer die verknüpfte Benutzeridentität — dort greift die iOS-Rufnummernunterdrückung nicht. Für anonyme Internet-Anrufe existiert keine native iOS-Funktion.

Wie unterdrücke ich meine Nummer dauerhaft auf dem iPhone?

Die dauerhafte Rufnummernunterdrückung für alle ausgehenden Anrufe aktivieren: Einstellungen → Telefon → „Meine Rufnummer anzeigen“ → Schalter von grün auf grau stellen. Ab sofort erscheint bei allen Anrufen „Anonym“ beim Empfänger, bis die Einstellung zurückgestellt wird.

Der vollständige Navigationspfad in 4 Schritten:

  1. Einstellungen öffnen — die graue Zahnrad-App auf dem Home-Screen oder Suche nutzen: von oben nach unten wischen, „Einstellungen“ tippen
  2. „Telefon“ antippen — erkennbar am grünen Symbol mit weißem Telefonhörer, in der zweiten Gruppe der Einstellungen
  3. „Meine Rufnummer anzeigen“ antippen — zweiter oder dritter Eintrag im Abschnitt „Anrufe“, direkt unter dem eigenen Namen und der Rufnummer
  4. Schalter nach links schieben — von grün (Nummer sichtbar) auf grau (Nummer unterdrückt). Keine weitere Bestätigung nötig, die Einstellung gilt sofort für den nächsten Anruf

Ist der Menüeintrag „Meine Rufnummer anzeigen“ ausgegraut oder fehlt er komplett, hat der Mobilfunkanbieter diese Funktion im Vertrag gesperrt. In diesem Fall beim Kundendienst des Anbieters anrufen — Telekom unter 0800 33 02202, Vodafone unter 0800 172 1212, O2 unter 0176 888 20000 — und die Freischaltung beantragen. Der Vorgang ist kostenlos und dauert in der Regel weniger als 10 Minuten.

💡 Expert Insight

Manche Nutzer berichten, dass die Einstellung „Meine Rufnummer anzeigen“ nach einem iOS-Update oder SIM-Karten-Wechsel wieder auf „aktiv“ zurückgesetzt wurde. Das ist ein bekanntes Verhalten bei bestimmten Netzbetreiber-Profilen. Wer regelmäßig anonym anrufen möchte, sollte die Einstellung nach jedem iOS-Major-Update (z. B. Wechsel von iOS 17 auf iOS 18) einmalig prüfen.

Wie unterdrücke ich meine Nummer nur für einen einzelnen Anruf?

Für einen einzelnen anonymen Anruf ohne dauerhafte Einstellungsänderung den USSD-Präfix #31# direkt vor die Rufnummer eingeben — zum Beispiel #31#030123456 oder #31#+4930123456. Der Präfix unterdrückt die Nummer nur für diesen einen Anruf und ist bei allen deutschen Mobilfunkanbietern ohne Aktivierung sofort nutzbar.

USSD steht für Unstructured Supplementary Service Data — ein Signalisierungsprotokoll im GSM-Standard, das Kurzbefehle direkt ans Mobilfunknetz sendet. Die Befehle beginnen und enden mit einer Raute (#) oder einem Stern (*) und werden genau wie reguläre Rufnummern über das Nummernfeld der Telefon-App gewählt.

Die vollständige Befehlsübersicht für die Rufnummerndarstellung:

USSD-Code Funktion Gilt für
#31#[Nummer] Nummer für diesen Anruf unterdrücken Einzelner Anruf
*31#[Nummer] Nummer für diesen Anruf anzeigen (überschreibt Dauereinstellung) Einzelner Anruf
#31# Dauerhaft alle Anrufe unterdrücken (Netzwerkseitig) Alle Anrufe
*31# Dauerhafte Unterdrückung netzwerkseitig aufheben Alle Anrufe

Praxisbeispiel: Wer normalerweise seine Nummer zeigt (Standardeinstellung), aber für einen einzelnen Anruf an eine Behörde oder ein Unternehmen anonym bleiben möchte, tippt ins Nummernfeld: #31#030123456 und drückt die grüne Anruf-Taste. Der Empfänger sieht „Anonym“ oder „Unterdrückt“.

Warum funktioniert die Rufnummernunterdrückung bei manchen Empfängern nicht?

Rufnummernunterdrückung schlägt fehl, wenn der Angerufene eine Rufnummernsperre für anonyme Anrufe aktiviert hat, das Ziel eine Behörde oder ein 0800/0900-Dienst ist, oder der eigene Anbieter die Unterdrückung nicht freigeschaltet hat.

Die 4 häufigsten Gründe, warum die unterdrückte Nummer trotzdem angezeigt wird oder der Anruf nicht durchgestellt wird:

  • Empfänger hat Anrufsperre für anonyme Nummern: Viele Unternehmen, Ärzte und Privatpersonen haben in ihrer Telefonanlage oder beim Anbieter eine Sperre für unterdrückte Nummern eingerichtet. Der Anruf klingelt dann erst gar nicht oder wird direkt auf die Mailbox umgeleitet. Diese Entscheidung liegt vollständig beim Empfänger.
  • Notrufnummern und Behörden: Notrufnummern (110 Polizei, 112 Feuerwehr/Rettung) empfangen die Rufnummer technisch immer — das ist in Deutschland durch § 108 TKG gesetzlich festgelegt. Auch viele Behörden-Hotlines und Rettungsleitstellen sind ausgenommen.
  • Internationale Anrufe: Bei internationalen Anrufen kann die Unterdrückung je nach Zielland und Netzbetreiber-Vereinbarung nicht funktionieren. Einige Länder lassen Rufnummernunterdrückung technisch nicht zu oder zeigen trotzdem die Nummer an.
  • VoLTE und Carrier-Einstellungen: Bei Voice-over-LTE-Verbindungen (VoLTE — Telefonie über das 4G/5G-Datennetz statt über das klassische GSM-Sprachnetz) können einige Netzbetreiber die Unterdrückung unterschiedlich handhaben. Bei Problemen testweise 5G/LTE im iPhone deaktivieren und über 3G anrufen.
💡 Expert Insight

Ein technisches Detail, das viele Nutzer nicht kennen: Die Rufnummernunterdrückung versteckt die Nummer nur vor dem Endgerät des Empfängers — nicht vor dem Mobilfunknetz selbst. Der Netzbetreiber kann aus rechtlichen Gründen (Strafverfolgung, § 96 TKG) die tatsächliche Rufnummer jederzeit auf richterliche Anordnung hin herausgeben. Vollständige Anonymität im Sinne des Datenschutzes bietet Rufnummernunterdrückung daher nicht.

Funktioniert Rufnummernunterdrückung bei Dual-SIM-iPhones?

Bei iPhones mit Dual-SIM (2 SIM-Karten gleichzeitig, verfügbar ab iPhone XS) kann die Rufnummernunterdrückung für jede SIM-Karte separat eingestellt werden. Die Einstellung unter Telefon → Meine Rufnummer anzeigen gilt für die primäre Leitung; für die zweite Leitung gibt es einen separaten Eintrag.

iPhone-Modelle mit Dual-SIM-Unterstützung in Deutschland sind alle Modelle ab iPhone XS (2018), iPhone XR, iPhone 11 und alle nachfolgenden Generationen. In der Regel wird eine physische Nano-SIM und eine eSIM kombiniert. Beide Leitungen erscheinen unter Einstellungen → Telefon mit eigenen Einstellungsblöcken für Rufnummerndarstellung.

Wie schalte ich Rufnummernunterdrückung wieder aus?

Dauerhaft aktivierte Unterdrückung wieder deaktivieren: Einstellungen → Telefon → Meine Rufnummer anzeigen → Schalter auf grün stellen. Die Nummer ist dann ab dem nächsten Anruf wieder für Empfänger sichtbar.

Wer die Unterdrückung netzwerkseitig via USSD aktiviert hat (Code #31# ohne Rufnummer), hebt sie mit *31# auf. Diese netzwerkseitige Einstellung ist von der iOS-Einstellung unabhängig und gilt auch, wenn das iPhone gewechselt wird — sie ist auf der SIM-Karte bzw. im Netzbetreiber-Profil gespeichert.

Meine Einschätzung

Der #31#-Präfix ist die eleganteste Lösung für gelegentliche anonyme Anrufe — ohne dauerhafte Einstellungsänderung, ohne App, ohne Konfiguration. Wer regelmäßig anonym anruft, spart Zeit mit der dauerhaften Einstellung. Das einzige Risiko: viele Empfänger nehmen anonyme Anrufe schlicht nicht an. In der Praxis ist es oft sinnvoller, von einer alternativen Nummer (z. B. einer zweiten eSIM) anzurufen, als die Hauptnummer zu unterdrücken. — Sophia Kern, Redaktion Apfelwelten

Fazit

Die Rufnummernunterdrückung auf dem iPhone ist in zwei Varianten verfügbar: dauerhaft über die iOS-Einstellungen unter Telefon → Meine Rufnummer anzeigen, oder einmalig per #31#-Präfix vor jeder beliebigen Rufnummer. Beide Methoden sind kostenlos, erfordern keine App und funktionieren bei allen vier deutschen Netzbetreibern — Telekom, Vodafone, O2 und 1&1. Schlägt die Unterdrückung beim Ziel fehl, liegt es fast immer an einer Anrufsperre beim Empfänger oder an einer gesetzlichen Ausnahmeregelung für Notrufnummern und Behörden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Dauerhaft: Einstellungen → Telefon → Meine Rufnummer anzeigen → Schalter aus
  • Einmalig anonym: #31# vor der Rufnummer wählen (z. B. #31#030123456)
  • Einmalig sichtbar (bei dauerhafter Unterdrückung): *31# vor der Rufnummer
  • Notrufnummern 110 und 112 empfangen die Nummer immer — gesetzlich vorgeschrieben
  • Funktion ausgegraut: beim Anbieter kostenlose Freischaltung beantragen
  • WhatsApp-/FaceTime-Anrufe: Unterdrückung greift dort nicht, nur bei GSM-Anrufen

Häufige Fragen (FAQ)

Sieht der Empfänger trotz unterdrückter Nummer irgendwann meine Rufnummer?

Der Empfänger sieht die Nummer nicht — aber der Netzbetreiber kennt sie. Auf richterliche Anordnung hin kann die tatsächliche Rufnummer vom Netzbetreiber herausgegeben werden (§ 96 TKG). Notrufstellen (110, 112) empfangen die Nummer technisch immer, auch bei aktiver Unterdrückung. Normale Privatempfänger und Unternehmen sehen dagegen nur „Anonym“.

Kann ich die Rufnummer bei WhatsApp-Anrufen unterdrücken?

Nein — WhatsApp-Anrufe laufen über das Internet (VoIP) und zeigen immer den verknüpften WhatsApp-Account an, also entweder die Telefonnummer oder den Profilnamen. Die iOS-Rufnummernunterdrückung betrifft ausschließlich das GSM-/VoLTE-Telefonnetz. Für anonyme WhatsApp-Kommunikation wäre ein separater Account mit einer anderen Nummer nötig.

Funktioniert #31# auch bei 0800- und 0900-Nummern?

Bei 0800-Nummern (kostenlose Servicenummern) und 0900-Nummern (kostenpflichtige Mehrwertdienste) kann die Unterdrückung je nach Anbieter und Konfiguration blockiert sein. Viele Servicecenter verlangen die Rufnummer zur Kundenidentifikation und lehnen anonyme Verbindungen ab. Der Anruf wird in diesem Fall direkt abgewiesen oder auf eine Ansage umgeleitet.

Was passiert, wenn der Empfänger Anrufe von unterdrückten Nummern generell ablehnt?

Das iPhone erhält in der Regel das Besetztzeichen oder eine Bandansage wie „Diese Rufnummer akzeptiert keine anonymen Anrufe.“ In manchen Fällen klingelt das Gerät des Empfängers gar nicht, und der Anruf endet sofort. Die Entscheidung liegt beim Empfänger-Anbieter und ist technisch nicht zu umgehen — außer durch das Aufheben der Unterdrückung via *31# vor der Nummer.

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Sophia Kern

Sophia Kern

Redakteur/in

Sophia Kern ist App-Entwicklerin und iOS-Expertin mit Leidenschaft für Design und Usability. Sie kennt die Apple-Plattformen von innen und außen und erklärt komplexe Features verständlich. Ihr Fokus auf Apfelwelten.de: iOS-Tipps, App-Empfehlungen und Apple Watch.

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